Ruhe fördern


Ruhe will gelernt sein, aufgeregt kann jeder


Kennst Du das? Du redest gerade mit Deiner Nachbarin und Dein

Hund findet das ziemlich langweilig und fängt an zu jiffeln, bellen,

rumzappeln oder ähnliches?!

Oder ihr kommt gerade vom Gassigang und jetzt dreht Dein Hund

erst richtig auf...

Vielleicht bist du auch gerade Rad mit dem Hund gefahren, sitzt

auf dem Sofa und Dein Hund schaut Dich fragend an, was ihr wohl

jetzt noch machen könnt...



Nicht jeder Hund macht die Pausen die er braucht!

Hunde müssen sich immer mehr unserem Alltag anpassen. Das ist

durchaus eine Herausforderung und für unsere Vierbeiner und auch

nicht immer einfach. Dann kommt hinzu, das gerade Hundehalter

von aktiven Rassen wie z.B. Hütehunden, Terrier usw. viel zu viele

Freizeitaktivitäten mit ihrem Hund machen, weil sie glauben, das er das ja braucht. Hunde sind wahnsinnig anpassungsfähig und

passen sich entsprechend immer mehr unserer Hektik an.

Sobald wir uns bewegen, sind sie "angeknipst", erwarten Aktion, Ansprache oder Sonstiges.

Auffallen tut uns das meistens erst dann, wenn wir mal zur Ruhe kommen möchten und diese nicht bekommen, weil der Vierbeiner "nervt".


Bereits mit Welpen Ruhe trainieren!


Bereits in den Welpengruppen fällt auf, das einige Hunde bereits schon nicht mehr einfach nur ruhig da sitzen können, weil sie los wollen...sie wollen toben, sich bewegen -rumstehen ist blöd.

Dann wird gebellt, in die Leine gebissen, gejault und vieles mehr. Wichtig ist, das hier bereits einfach nur das ruhige Warten regelmäßig geübt und belohnt wird. Noch schlimmer wird dies, wenn Welpen es bereits gelernt haben, wenn andere Hunde in der Nähe sind, wird direkt abgeleint und getobt. Das verbindet der Welpe dann mit mega viel Spaß und der Mensch "erst einmal" leider auch.

Das Ergebnis wird aber ein Hund werden, der beim Anblick anderer Hunde seine Füße nicht still halten kann, der schnell frustig wird und mit ganz viel Pech an der Leine später eine ausgewachsene Leinenaggression zeigen wird, weil die Schwester von Frustration leider Aggression ist - heißt: kommt dein Hund dann mal nicht zum anderen Hund, weil es einfach mal nicht möglich ist, wird er erst frustig und dann schnell sauer - eigentlich nicht das was man sich im Alltag wünschst oder?!


Brauchen bestimmte Rassen mehr action?


Natürlich ist es schon so, das bestimmte Rassen einen höheren Bewegungsdrang als andere haben und wieder andere brauchen einfach mehr für den Kopf zu tun, damit sie keine Verhaltensauffälligkeiten entwickeln. Dennoch müssen gerade solche Rassen im ersten Jahr vor allem lernen auch mal runterzufahren, abzuschalten, denn ihnen fällt das oftmals besonders schwer und sie brauchen dann einfach die Unterstützung von Dir :)

Besonders wenn dann auch noch kleinere Kinder im Haushalt leben, wird sich oftmals gegenseitig hochgeschaukelt und die Pausen rücken dann in weiter Ferne. Das Ergebnis ist dann oft ein Hund, der einfach nicht mehr abschalten kann, was natürlich auch Stress für den Hund bedeutet. Wir kennen das von uns ja auch wenn wir zu wenig Ruhe oder Schlaf hatten, dann werden wir oft ungeduldig, aggressiver und bei Kindern ist es auch so, dass sie extrem hochdrehen, wenn sie ihre Ruhephasen übersprungen haben und auch sie können dann extrem quengelig werden.


Wieviel Ruhe darf es denn nun sein?


Im Schnitt sagt man beim Welpen, alte und kranke Hunde das sie bis zu 22 Stunden am Tag an Ruhephasen haben sollten und ein gesunder erwachsener Hund 17-20 Stunden.Das heisst natürlich nicht, das sie 22 Stunden schlafen sollen:) Es reicht auch, einfach rumzuliegen, zu dösen oder irgendwo sitzen und sich einfach nur Dinge anzusehen.


Zu wenig Ruhe macht nicht nur hibbelig


Es ist nicht nur so das Hunde durch zu wenig Ruhephasen extrem hibbelig und unruhig werden können. Sie können auch Verhaltensauffälligkeiten entwickeln und durchaus auch Krank werden. Die Lernfähigkeit sinkt, weil sich Dein Hund nicht mehr gut konzentrieren kann, das wiederum wird schnell zu Frust auf beiden Seiten sorgen. Hält diese Situation langfristig an, kann dies zu Depressionen, gesteigertes Aggressionsverhalten, einer höheren Sterblichkeitsrate führen.


Was kann ich tun, um meinen Hund zu unterstützen?


Um für mehr Ruhe zu sorgen, kannst du einiges tun um deinen Vierbeiner zu unterstützen:


1. Auf Spaziergängen auch einfach mal irgendwo hinsetzen und nichts tun. Hier kommt es auf deinen Hund an...desto hibbeliger er ist und desto weniger er warten kann, desto kleinschrittiger solltest du es aufbauen. Fang einfach mit ein paar Sekunden an und erhöhe die Zeit langsam. Belohne ihn für das ruhig bleiben und wiederhole diese Übung ruhig mehrmals auf deinem Gang.


2. Wenn du mal auf einen Bekannten stößt und Dich mit ihm unterhalten möchtest, dein Hund aber keine Lust zu warten hat, füttere ihn ruhig  im Sekundentakt.Deshto unruhiger Dein Hund, desto besser sollte der Keks ausfallen und desto höher sollte die Belohnungsrate sein. Nach und nach kannst du die Futtergabe weiter rauszögern.


3. Wenn du Kinder hast, sorge Zuhause für Ruhezonen, wo deine Kinder nicht hin dürfen. So hat dein Hund immer eine Möglichkeit auch wirklich zur Ruhe zu kommen. Kinder können lernen das diese Zonen tabu sind


4. Suche ein Plätzchen in der Wohnung wo er auch wirklich Ruhe hat, also möglichst nicht mitten auf dem Flur, von wo aus er alles beobachten kann und deshalb nicht runterfahren kann.


5. Gehe nicht auf jede Aufforderung seitens deines Hundes zur Aktivität ein.Schicke ihn auch ruhig mal weg auf sein Platz z.B. oder ibaue gerne auch ein "Pausensignal" auf.


6. Konditionieren eines Entspannungssignals kann ebenfalls sehr hilfreich sein. Dazu machst du etwas von dem du weißt das dein Hund hierbei super entspannen kann, z.B. kraulen oder streicheln....sobald dein Hund ruhig ist wiederholst du ganz ruhig und langsam gesprochen ein Signal (z.B. eaaaaasy). Irgendwann wird dein Hund dieses signal mit dem Gefühlszustand verbinden und kann dann auf Signal entspannen. Natürlich wird er dann aus einem Spiel heraus nicht auf die Seite kippen und fast schlafen, aber sein Gehirn wird den Ruhezustand abrufen und automatisch alle Abläufe etwas reduzieren.


7. Auch eine gut aufgebaute Box kann durchaus hilfreich sein. Natürlich muss sie  lang genug positiv aufgebaut werden und darf ohne Training nicht einfach geschlossen werden, denn dann wäre es fatal für den Hund.. Eine gute aufgebaute Box jedoch ist oft eine Ruhezone die von den meisten Hunden von sich aus gerne aufgesucht wird, weil sie sich dort einfach wohl fühlen.


8. Beschäftigung suchen die müde macht, aber nicht bis zum umfallen ausüben. Ballspiele z.B. puschen, drehen auf und bei einigen Kandidaten verursachen sie auch ungesunden Stress. Eine Kiste geflüllt mit Zeitungspapier und Leckerchen jedoch macht Spaß, satt und müde. Weitere Beschäftigungsmöglihkeiten für deinen Welpen finest du unten , wenn du den Link anklickst :)

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