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16.01.2019 ...nichts als Grütze im Kopf ?!Renovierung im Junghundehirn…

 

Dies ist eine schwierige Phase – für den Hund als auch für Sie als Halter.

 

Alles was man sich vorher so schön aufgebaut hat, scheint plötzlich verloren gegangen. Man stellt sich die Frage, wozu man eigentlich in einer Hundeschule war.

 

Bei dem Signal „Sitz“ schaut Bello plötzlich aus, als rede man chinesisch mit ihm und seinen Namen kennt er nur noch, wenn er gerade nix besseres zu tun hat. Der Radius draußen ist außer Sichtweite geraten und überhaupt reagiert er manchmal empfindlicher als zuvor.

 

Was ist passiert?

 

Ganz einfach! Das Hundehirn wird renoviert, umstrukturiert – mal eben geschlossen!

 

Neue Hormone kommen ins Spiel, der Mandelkern vergrößert sich, Synapsen werden abgebaut, vorher uninteressante Gerüche ziehen plötzlich in die Nase und haben neue Prioritäten, der Eine oder Andere entdeckt genau jetzt das Jagen für sich und klebt nur noch mit der Nase am Boden. Manch ein Rüde hat nur noch Rockzipfel im Kopf und überhaupt macht jetzt alles Spaß nur Herrchen oder Frauchen nicht.

 

Was also tun?

 

Dieses Alter ist eine Phase wo viele Hunde abgegeben werden. Der Trainer wird gewechselt, weil man glaubt das alles bringt eh nix mehr und obwohl man vielleicht bis Dato positiv gearbeitet hat, versucht man es jetzt doch einmal mit Strafe, weil man ja auch ziemlich genervt, sauer und auch enttäuscht ist.

Aber genau das ist der größte Fehler den man als Halter jetzt machen kann.

 

Der eine oder andere Tipp (leider halten sich diese wie das Unkraut auf einer Biowiese) könnte nun mitunter lauten, das dem Hund mal gezeigt werden muss wer der Chef ist, er muss gemaßregelt (mit Schreckreizen, schubsen oder sonst was) werden, er ist dominant, testet Grenzen aus, usw.

 

Tatsächlich aber befindet sich der Hund derzeit in einer hochsensiblen Phase, die ihn eh schon verwirrt. Wie verwirrt wird er wohl sein, wenn nun auch noch Sie, sein einziger Anker den er eigentlich besitzt, sich anders verhält?

 

Ja, Training wird in dieser Phase an seine Grenzen stoßen und JA! – es wird Rückschritte geben, ABER das heißt nicht dass das Training zuvor schlecht war oder nix taugt, sondern das heißt nur, das Sie eine Zeit lang konsequent am Ball bleiben müssen. Arbeiten sie weiter positiv, belohnen Sie bereits schon kleine Schritte in die richtige Richtung, gehen sie notfalls ein paar Trainingsschritte zurück, Leinen Sie ihren Hund öfters mal an, wenn der Rückruf plötzlich auf taube Ohren stößt und üben Sie diesen wieder in kleinen Etappen ohne Ablenkung, lenken sie Jagdinteresse um, indem sie ggf., gemeinsam jagen gehen (z.B. trailen, Dummyarbeit etc.), suchen Sie für sich und Ihren Vierbeiner neue Interessen – es gibt so vieles was gemeinsam Spaß macht!

 

Bleiben Sie der sichere und verlässliche Pol für ihren Vierbeiner!

Sie werden sehen, das dieses Verhalten früher oder später wieder verblasst, auch wenn man den Hund nicht auf den Boden geschmissen oder mit Rappeldosen beschmissen hat!

 

Halten Sie sich vor Augen das ihr Hund das nicht tut, weil er Sie plötzlich doof findet und keine Lust mehr hat mit Ihnen etwas zu tun und nehmen Sie dieses Verhalten auf gar keinen Fall persönlich, sondern denken Sie daran, das er nichts dafür kann das er gerade so ist wie er ist, da sich der Kopf derzeit im Umbau befindet.

Und sind die „Renovierungsarbeiten“ erst einmal abgeschlossen, werden Sie für Ihr Durchhaltevermögen mit dem tollsten Hund der Welt belohnt! 

 

©www.zentrum-fuer-familienhunde.de/ Autor: Bärbel Hoderlein

 

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